Wind und eisige Temperaturen

3. Februar 2012

Nach den milden Dezember- und Januartagen scheint der Winter doch noch mit Macht einzuziehen. Zwar liegen  Temperaturen nachts noch nicht unter -10 Grad, doch gefühlt meint man sich schon in der Arktis zu wissen.  Das Fotografieren machte bei - 6 Grad und starken Nord-Ostwinden tagsüber auf jeden Fall nicht so recht Spaß. Einige Fotos vom heutigen Tag seien dennoch beigefügt.

Der Binnensee ist bis auf geringe Flächen vor dem Fluttor zugefroren und auch weite Teile des Yachthafens sind mit Eis und Schnee überzogen. Ein Großteil der Reiherenten und Pfeifenten ist abgezogen, dafür füllen sich die verbliebenen eisfreien Flächen mit Gänse- und Zwergsägern. Vermehrt tauchen an diesen Stellen Kormorane nach Fischen, die ihnen häufig genug von Silber- und Mantelmöwen abgejagt werden. Zur Rast und zum Trocknen ihres Gefieders nutzen die Kormorane neuerdings auch die Ostmole an der Fischereibrücke. Von dort konnte ich direkt aus dem Auto die Kamera auf eines der “Eislöcher” richten. Nur etwa einhundert Meter entfernt - in östlicher Richtung von der Mole  -  saß darüber hinaus ein junger Seeadler auf dem Eis und wartete auf Beute. Nachfolgende Fischer, die aus ihrem Auto ausstiegen, verscheuchten leider diesen Greif. Sonst hätte dieser Vogel sicherlich ein gutes Motiv abgegeben. Im äußersten Osten des Graswarders rasten zur Zeit ca. 90 Kormorane. Graugänse meiden im Moment das Schutzgebiet. Im Bereich der Fahrrinne südlich des Gebietes schwammen nur 17 Individuen. Am Nordufer rasteten immerhin 34 Bergenten.

Die dünne Schneedecke rief förmlich zur Suche nach Spuren von Fuchs und Marder auf. Erfreulicher Weise konnte ich keine Trittsiegel feststellen. Ein Fuchs war Anfang des Jahres aber auch schon erlegt worden.

Text und Bilder: K. Dürkop

Singschwäne rufen

26. Januar 2012

Auf dem Binnensee und der Fahrrinne zwischen Festland und Graswarder erklingen wieder weithin hörbar die melancholischen Rufe der Singschwäne, auch nachts.  Dann  sind die posaunenartigen Gesänge  oft mehrere hundert Meter weit zu hören. Noch sind es nur 15 Singschwäne, die sich in Gesellschaft mit etwa 90 Höckerschwänen aufhalten. Doch nach weiteren Frosttagen wird sich ihr Bestand schnell erhöhen. Sie finden nämlich auf dem Binnensee in Form von Seegras und Laichkräutern einen reich gedeckten Tisch. Man muss zwar etwas genauer hinsehen, um die mit ihrer Körperlänge von 140-150 etwas kleineren Schwäne gegenüber den Höckerschwäne zu erkennen, dennoch unterscheiden sie sich besonders gut durch den gelb-schwarzen Schnabel. Die Spannweite beträgt immerhin maximal 200 cm. Noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal verrät uns ihr Flug. Während bei den Höckerschwänen durch den Flügelschlag leise Pfeiftöne erklingen, fliegen die Singschwäne nahezu geräuschlos. Wenn auch noch etwas zaghaft, so doch klar vernehmbar sind auch schon die ersten Balzrufe der Singschwäne.  Sie werden von dem bekannten Kopfnicken begleitet. Also ruhig mal abends oder nachts die “Unterhaltung” der Singschwäne belauschen, auch wenn man sie nicht sieht.

Fotos und Text: K. Dürkop

Sturmhochwasser 6. Januar

7. Januar 2012

Für die deutsche Ostseeküste erstellte der Wasserstandsdienst des Bundesamtes für Seeschutz- und Hydrogaphie schon am Vortag die Prognose eines Sturmhochwassers mit 1,4 Meter über NN. Sie traf mit 1,35 nicht ganz ein, weil der Sturm am Freitag dann doch schneller nachließ als erwartet. Dennoch haben die Dünen ganz erheblich Federn lassen müssen. Den Grund dafür lieferte der Frontalaufprall der Wellen auf die Küste.

Dieses Schauspiel ließ ich mir nicht entgehen und so machte ich mich bei zunächst trüben Wetter auf den Weg zum Naturzentrum. Leider war bereits am Gillhus Endstation für die Fahrt  mit dem Auto. Das Ostseewasser hatte den Graswarderweg  unpassierbar gemacht. Mir blieb nur der “Umzug”  in meine Wathose. Ein beschwerlicher Weg stand mir bevor. Die Flutwelle erreichte um 12.15 ihren Höhepunkt. Bis dahin hatte sie den Weg zum Teil bis zu 45 Zentimeter unter Wasser gesetzt. Zwei Anwohner der Graswarderhäuser konnten jedenfalls per Auto den Graswarder nicht mehr verlassen. Eine Finnin meldete sogar Ansprüche zur “Rettung” über einem Hubschraubereinsatz an. Am Abend war der Weg wie nach allen bisherigen Erfahrungen  schon wieder befahrbar.

Nicht ganz ungeschoren sind wir am Naturzentrum geblieben. Die aufgestapelten Brutinseln hatten sich selbständig gemacht  und schwammen verteilt um das Blockhaus.  Eine Lehre, aus der wir schnell lernen müssen.Vom First des Blockhauses enstanden dann beigefügte Fotos. Darüber hinaus hat das Sturmhochwasser die Düne gleich hinter dem Beobachtungsturm stark angenagt Wie wir wissen, wird sie in wenigen Jahren ihre stattliche Größe und Höhe wieder erreichen, ohne menschliches Tun. Am Badestrand des Steinwarders wird der Stadt aber wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Verlust durch Aufspülungen auszugleichen. Die hohe Düne zwischen dem Gillhus und dem “BerlinerLager” erlitt zum Teil einen so starken Rückgang, dass eine Art Steilküste mit einer Höhe von bis zu fünf  Metern entstand.

Die Vogelwelt hatte hochwasserbedingt den Graswarder bis auf einige Höcker- und Singschwäne sowie Graugänse verlassen. Im Yachthafen tummelten sich vermehrt Reiherenten und Blässhühner und am Rande des Wäldchens auf Riegel eins flogen sogar noch zwei Bekassinen auf. Die große Schar der Pfeifenten hat sich auf die angrenzenden Felder auf dem  “Festland” zurückgezogen.

Klaus Dürkop

Winteranfang

8. Dezember 2011

Ohne Schnee und Eis, dafür aber bei schönstem Sonnenschein präsentierten sich hunderte von Gänsen und Enten heute morgen auf dem Graswarder. Von wegen Winterschlaf. Hier war richtig was los.  Gegen 9.00 Uhr war ich wohl der erste, der den Graswarderweg befuhr und einen beeindruckenden Blick von den  am Wegrand äsenden Kanadagänsen und Graugänsen erhielt. Direkt hinter dem Zaun vor den Villen von Kölln, Staratzke und Haus Wotan hielten sich allein schon mehr als 350 Kanadagänse zum Äsen auf. Die Fluchtdistanz betrug kaum 20 Meter.  Dazu gesellten sich bis zur Fahrrinne etwa 400 Graugänse, ca. 25 Blässgänse, gut 250 Pfeifenten und 4 Singschwäne.  Am Naturzentrum machte eine einzelne Graugans auf sich aufmerksam, so dass ich schon an “Emma” dachte. Sie war es aber nicht, denn wenig später gesellte sich ein Ganter zu ihr. Möglicherweise handelt es sich dabei um das neue Paar, das im Frühjahr als Nachfolger für “Emma” auf der Voliere in Frage kommt. Von der Veranda gut zu beobachten war auch ein Trupp von gut 120 Nonnengänsen, die saftiges Grün auf Höhe der eingezäunten “Sturmmöwenkolonie” genossen. So spät im Jahr fallen in dieser großen Zahl selten Nonnengänse im NSG  ein. Ihre Laute übertönten zeitweise sogar die Rufe der Graugänse. Gegen die der Kanadagänse hatten sie aber keine Chance. Es lohnt sich also zu früher Stunde einmal eine Wanderung auf dem Graswarderweg zu unternehmen, dann aber möglichst ohne Hund. Denn kaum eine 1/4 Stunde später wurde diese “Paradies” durch einen freilaufenden Hund durcheinander gewirbelt. Schade. Der angesprochene Eigentümer des Hunde ließ sich nur widerwillig an den Anleinzwang auf dem Weg erinnern.

K. Dürkop

Reger Flugverkehr!

25. August 2011

Der Sommer meldet sich langsam ab, die meisten Vögel haben ihre Brut beendet. Die ersten Zugvögel drängen seit Ende Juli  auf den Graswarder. Auffallend früh fielen Ende Juli mit ca. 350 Individuen die ersten Goldregepfeifer zur Mauser ein. Leider wurden sie schon kurze Zeit später am 31. Juli  durch ein großes Höhenfeuerwerk vertrieben. Erst am 21. August erfolgte ein erneuter Einflug mit gut 460 Exemplaren. Ihren eigentlichen Höhepunkt im Bestand werden die Regenpfeifer vorausichtlich aber erst Mitte Oktober erreichen.  Dafür haben die Graugänse mit zur Zeit  gut 3000 Individuen wohl schon ihre Höchstzahl erreicht. Für alle sichtbar wird dieser große Bestand an Gänsen regelmäßig durch  Seeadler, die mindesten einmal täglich mit ihrem Erscheinungsbild  für große Unruhe unter den Vögeln sorgen. Spätestens dann wird den Besuchern nach dem Auffliegen und den begleitendenden vielstimmigen Rufen und Lautäußerungen deutlich, welche große Bedeutung das NSG für die Zugvögel  hat. Für die Besucher Faszination pur, für die Graugänse nur ein kurzes Intermetzo. Sie beruhigen sich spätestens dann, wenn der Seeadler gelandet ist;  für eine stattliche Kanadagans vor wenigen Tagen dennoch tödliche Wirklichkeit. Bei den Strandläuferarten ist die Zugzeit bisher noch nicht so recht sichtbar geworden, weil durch ständige hohe Wasserstände die Wattflächen im NSG nur selten bisher trocken gefallen sind.

Vorläufige Brutergebnisse

2. Juli 2011

Was anfangs so vielversprechend anlief, entwickelte sich in den letzten Wochen leider in Teilbereichen zu einem Desaster. Die enorme Trockenheit im Frühling hatte bereits zu Engpässen im Nahrungsangebot geführt, da die Salzwassersenken frühzeitig austrockneten. Darunter litten insbesondere  Säbelschnäbler und Rotschenkel. Sie legten zwar nach, doch nur wenige Paare -  gerade bei den Säbelschnäblern -  hatten wirkliche Erfolg bei der Aufzucht. Darüber hinaus  entwickelt sich die Silbermöwe zu einer ständig zunehmenden Bedrohung  von Vogelarten wie Seeschwalben, Säbelschnäbler und Singvögel wie Feldlerche und Wiesenpieper. Wo in den vergangenen Jahren  nur vereinzelt Verluste an Gelegen und Jungvögeln registriet wurden, traten in diesem Frühjahr regelrecht “Spezialistenteams” auf und dezimierten in erheblichem Maß die  Kolonien von Lachmöwen und Säbelschnäblern. Dieses extreme Verhalten mag auch auf den Nahrungsmangel zurückzuführen sein, denn an Kaninchen oder Mäusen herrschte erheblicher Mangel. Dazu muss man immer noch bedenken, dass der erhöhte Silbermöwenbestand auf dem Graswarder immer noch auf den gedeckten Tisch der früheren offenen Mülldeponie in der Nähe von Heiligenhafen zurückzuführen ist. Sie ist zwar heute geschlossen, der Bestand an Silbermöwen geht aber nur langsam zurück.

Eine weitere Katastrophe bahnte sich in der Sturmmöwenkolonie unterhalb des Naturzentrums an,  als plötzlich die schlüpfenden Jungtiere verschwanden. Trotz Ansitz in der Dämmerung ließen sich aber vermutete Füchse oder Steinmarder nicht ausmachen. Erst nachdem einer unserer Naturschutzwarte auch nachts im Abstand von jeweils einer Stunde die Sturmmöwenkolonie mit einem weitreichenden Strahler ausgeleuchtet, wurde deutlich, dass ein Marder dort sein Unwesen trieb - trotz gut funktionierendem E - Zaun.  Eine Bekämpfung  darf aber in dieser Zeit nicht vorgenommen werden.  Die gesamte Kolonie mit etwa 350 Brutpaaren wird daher ohne Nachwuchs bleiben. Damit aber nicht genug: Bei einem Kontrollgang in den Osten des Schutzgebietes flüchtete plötzlich ein großer Füchsrüde aus dem Strandhafer und ließ damit keinen Zweifel mehr an Verlusten, die bei Sturmmöwen und  Küstenseeschwalben in diesem Raum aufgetreten waren. Dieser Rüde muss genau den Moment abgepasst haben, als in einer stürmischen Nacht der Fuchszaun hinter dem Turm durch den Druck eines Hochwassers heruntergedrückt worden war.  Er muss sich anschließend wie im Schlaraffenland vorgekommen sein. Dem Treiben dieses Fuchses konnte dann aber durch eine gezielte Treibjagd ein Ende gesetzt werden. Erfreulich bleibt trotz aller Unbilden in diesem Jahr, dass sich der Bestand an Flussseschwalben auf den Brutflößen erhöht hat. Bleibt zu hoffen, dass sich die gerade in diesen Tagen noch schlüpfenden Seeschwalben gegen den starken Wind und die Kälte behaupten können.

Text und Fotos: Klaus Dürkop

Dreiecksverhältnis

8. Juni 2011

Seit drei Jahren beobachten wir auf dem Graswarder neben 1-2 reinen Schwarzkopfmöwenpaaren auch  ein Möwenpaar, das sich aus einer Sturmmöwe und einer Schwarzkopfmöwe zusammensetzt. Bisher konnte leider nie festgestellt werden, ob sie auch erfolgreich gebrütet haben. Das hing im Wesentlichen damit zusammen, dass die Gelege der Sturmmöwenkolonien im Osten des Gebietes regelmäßig menschlichen Zweibeinern zum Opfer fallen. Selbst hochbebrütete Eier wurden offensichtlich von Asiaten geklaut.

Nun aber hat sich das ungleiche Paar in einer durch einen E-Zaun gesicherten Brutkolonie unterhalb des Beobachtungsturm angesiedelt. Dadurch konnte über mehrere Tage das Brutverhalten dieses Möwenpaares über Stunden hinweg beobachtet werden.  Auf den ersten Blick unterschieden sie sich bei der Brutpflege nur unwesentlich von anderen Sturmmöwenpaaren. Abgesehen davon, dass die männliche Schwarzkopfmöwe bei den Kopulationen etwas unbeholfen wirkte und der Vorgang verhältnismäßig kurz verlief, deutete vieles darauf hin, dass sich ihr  Brutpflegeverhalten den übrigen Sturmmöwen anpasste. Sie lösten sich alle 15-20 Minuten bei der Brut ab, der Partner blieb stets in Nestnähe stehen und beide verteidigten wenn notwendig ihr Revier  auch gegen Eindringlinge. Soweit so gut der erste Eindruck.  Gegenüber anderen Sturmmöwen unterschied sich die Brutablösung aber dadurch, dass die Schwarzkopfmöwe recht bestimmend den Vorgang durch direkte Schnabelhiebe auf die Brust der Sturmmöwe einleitete. Wenn dann keine unmittelbare Reaktion einsetzte, folgte eine weitere Aufforderung,  in dem die Schwarzkopfmöwe mehrfach ihren Schnabel ins Oberdeckengefieder der Sturmmöwe stieß.  Diese klare Aufforderung  “verstand”  die Partnerin regelmäßig, erhob sich und gab das Gelege frei. Dieser Vorgang spielte sich auch am 5. Juni wieder dreimal hintereinander ab, bis sich die Schwarzkopfmöwe nach der Ablösung etwas weiter vom Gelege entfernte, ihre Flügel senkrecht aufstellte, aufflog und in Richtung Osten zu einer  weiteren Kolonien startete.  Dort verweilte sie über drei Stunden.

In der Zwischenzeit lief Erstaunliches ab. Unmittelbar nach dem Abflug näherte sich nämlich eine weitere  Sturmmöwe dem Nest und machte der Verbliebenen deutlich, dass er nun den Brutvorgang fortsetzen wollte. Sie gab dem Werben sofort nach und nahm in unmittelbarer Nähe ihre Position ein. Wie Bilder beweisen, hatte diese wohl männliche Sturmmöwe seit gut einer Stunde “auf seine Chance” gewartet und wie selbstverständlich und ohne jegliche Art von Aufhebens  seine “Pflichtaufgabe” übernommen. Diese Möwe hatte sich bis dahin vollkommen unauffällig nur einen Meter vom Gelege aufgehalten. Nichts hatte darauf hingedeutet, dass hier eine Beziehung zu den “Mischlingen” bestand.

Fotos und Text: K. Dürkop

Sturmmöwenkolonie

31. Mai 2011

Während die bereits stark ausgedünnten  Sturmmöwenkolonien im Osten des Graswarders weiter in ihrem Bestand zurückgehen, wächst die Kolonie südlich des Naturzentrums unaufhaltsam. Gut 350 Paare haben ihre Gelege im ca. 3/4 ha großen Areal angelegt und noch ist kein Ende zu verzeichnen. Sicherheit geht den Sturmmöwen wohl über alles. Der E-Zaun hat bisher alle vierfüßigen Raubsäuger aus der Kolonie abgehalten. Vor der Einzäunung hat ein Steinmarder  jedoch schon einige Nester ausgeräubert, u.a.  Gelege von Austernfischern und Eiderenten. Er hat sein Domizil leider noch immer in einem der Graswarderhäuser und entging den Nachstellungen unserer Jäger.

Ein trojanischen Pferd in Form einer  Silbermöwe haben die Sturmmöwen in diesem Jahr erst gar nicht  in ihrer Kolonie  “zugelassen”, so dass bisher praktisch kein Eierklau durch diese Großmöwe aufgefallen ist. Und von außerhalb heranfliegende Silbermöwen werden stets durch massive Angriffe  abgedrängt.  Bleibt also zu hoffen, dass die Sturmmöwen nicht nur eine erfolgreiche Brutzeit erwartet, sondern trotz der enormen Trockenheit auch vor einer erfolgreichen  Aufzuchtszeit stehen. Die wenigen Regentropfen der vergangenen Tage haben leider noch nicht zu einer Verbesserung der Lage geführt. Regenwürmer sind selbst auf dem verbliebenen restlichen Grünland zur Mangelware geworden.

Hier nun einige Momentaufnahmen von der Kolonie mit: Ausschnitt aus der Kolonie,  Sturmmöwen hinter dem E-Zaun,  Revierverteidigung, Kopulation, vollständiges Gelege

Klaus Dürkop

Rinderauftrieb

16. Mai 2011

Mit 17 Rindern der Schwarz-Bunten Rasse werden in dieser Saison (Mai bis Oktober) ein Drittel weniger Tiere auf  dem Graswarder grasen. Damit wird auf die langanhaltende Trockenheit reagiert. Vorgesehen sind die Rinder auch nur für den Ostteil des Warders. Der Zaun am Beobachtungsturm ist die Grenze. Er wurde im Süden noch einmal ins Wasser verlängert, um den Rindern den Weg in den Westteil des Gebietes zu versperren, zumindest aber zu erschweren. Dahinter steckt der Versuch, in der  Westhälfte  des Naturschutzgebietes den Anteil an Pflanzen der Salzwiese zu erhöhen. Für die Beweidung der Kartoffelrose (Rosa rugosa) stellt Landwirt Höppner darüber hinaus drei Galloways auf dem ersten Strandwallriegel im Westen zur Verfügung.

Zugtag bei den Schafstelzen

10. Mai 2011

Unaufhaltsam zogen heute Morgen Stunde um Stunde Nordische Schafstelzen vom Westen nach Osten über den Graswarder. In Flügen von 25 bis 40 Individuen überquerten viele von ihnen singend die Nehrung, ohne dass sie sich  zur Nahrungsaufnahme erst niederließen; geschätzt mögen es zwischen 7.15 bis 11.00 Uhr 1900 Exemplare gewesen sein. Dazu müssen noch ca. 850 Schafstelzen hinzu gezählt werden, die sich wie kleine gelbe Punkte auf den Salzwiesen massenhaft um Insekten kümmerten. In den vergangenen Jahren erleichterte Ihnen Jungvieh noch das Aufspüren von zarten Insekten. Die Rinder von Bauer Höppner finden aber auf  Grund der großen Trockenheit noch keine ausreichend hohe Vegetationsdecke, so dass der Landwirt bisher auf den Auftrieb verzichtete. Mit den Schafstelzen zogen einzelne Braunkelchen und Wiesenpieper.

Fazit von der Begehung am 10. Mai : Die Küstenseeschwalben haben in der bekannten Kolonie im Osten mit der Eiablage begonnen; die Flussseeschwalben besetzen die Brutinsel (Ost) mit ca. 14 Brutpaaren und behaupten sich gegen Lachmöwen; die Zwergseeschwalben halten sich mit ihrer Koloniebildung noch zurück (bisher ca. 5  Paare). Auch bei den Säbelschnäblern sieht es noch sehr dürftig aus. 13 Paare verteilen sich auf der Nehrung in verschiedenen kleinen Ansammlungen.; leider wieder einmal zu nahe an der Flutkannte, so dass die Gefahr von Überspülungen der Gelege groß ist. Der langanhaltende Ostwind beschert uns seit langem Niedrigwasser in den Lagunen und “verführt” zum Nestbau am Ufer. Die Brutinsel in der Nähe des Beobachtungsturmes wurde von Lachmöwen erobert. Die anfänglich auf der Insel eingeflogenen Flussseeschwalben mussten sich der Übermacht der Lachmöwen beugen.

Erfreulich sieht es mit über 10 Paaren bei der  Rauchschwalbe am Blockhaus aus. Auf der Veranda werden die Naturschutzwarte regelrecht von diesen schnellen Fliegern umlagert.

Die Grasnelkenblüte krankt natürlich auch unter der Dürre. Teppichartige Rasen wie im vergangenen Jahr wird es wohl nicht  geben, es sei denn, wir werden noch von  kräftigen Niederschlägen überrascht.